Ein zeichnerischer Marathon oder Wie Pure Fruit die 30. Ausgabe feiert

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Ein Gastbeitrag von Pure Fruit

Pure Fruit über Pure Fruit

Mit dem kostenlosen Kieler Comic-Magazin Pure Fruit hat sich die norddeutsche Comiczeichner- und Illustratoren-Szene einen Experimentierraum zur erweiterten Selbstausbeutung geschaffen. Die Verbreitung ist sehr großflächig und bunt gemischt damit sie auch die erreicht, die sonst keine Comics lesen würden oder sie sogar richtig doof finden. (In der Regel) 10.000 Exemplare pro Ausgabe sorgen für eine Penetranz, die hoch genug ist, um das Heft in verschiedenste Hände flattern zu lassen. Den Rest erledigen die Heft-Themen, die in der Gesamtschau keiner Logik folgen. Das eine Mal geht’s um den Sinn des Lebens, einige Ausgaben später werden Gedichte von Theodor Storm illustriert oder die Biografie von Johannes Brahms gezeichnet. Und plötzlich ist ein Pure-Fruit-Heft 2021 die Festschrift zum 75. Geburtstag des Landes Schleswig-Holstein inklusive Ausstellung auf Schloss Gottorf und Vorwort des Minister- und Landtagspräsidenten. Wie gesagt: Keine Logik und Hauptsache immer wieder eine neue Spielweise.

Was schon 30?!

14 Leute zeichnen 44 Seiten in acht Stunden

Nun begab es sich, dass die Herausgeber des Pure Fruit Magazins – Franziska Ludwig, Gregor Hinz, Volker Sponholz und Tim Eckhorst – feststellten, dass das nächste Heft die 30. Ausgabe werden würde. Dreißig. Das ist schon was. Eine neue Herausforderung musste her und so luden die Vier Mitte Juni mit Tine Pape, Peti, Jonas Fischer, Arne Auinger, Jens Rassmus, Eva Muggenthaler, Karen Obenauf, Andrea Köster, Tine Schulz und Lara Swiontek die erweiterte Comic-Crew zum Kritzeln ein.

Die Aufgabe: Um 16 Uhr starten und um 22 Uhr ein neues Heft fertig haben.

Es wurde dann doch 24 Uhr, aber immerhin entstand Material für ein 44-seitiges Heft. Und das im Team, fernab des stillen Kämmerleins. Jede und jeder notierte einen Titel einer noch zu zeichnenden Geschichte zum Oberthema »30«. Wenn dabei Titel wie »30 Katzenbabys«, »Die 30 Versuchungen des Borstenpinsels« und »30 Jahre nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum« entstehen, darf man sich natürlich nicht wundern. Alles eine Frage des Briefings.

Bevor dann der erste Strich gemacht wurde, wurde das Blatt auch schon weitergereicht und der Sitznachbar / die Sitznachbarin musste sich damit auseinandersetzen. Das erste Bild eines 12-Bilder-Comics musste her. Also los. Nach jedem Bild wurde das Blatt weitergereicht und so ergaben sich parallel zahlreiche Geschichten. Das Tun rangierte dabei zwischen Verzweiflung, spontanen Geistesblitzen und kreativen Umwegen. Zugegeben, das beschriebene Konzept ist nicht das wasserdichteste, das man für eine Jubiläumspublikation wählen kann, aber dennoch der vermutlich beste Weg gemeinsames Feiern mit gemeinsamem Kritzeln zu verbinden.

Pure Fruit #30, 44 Seiten, erscheint am 13. September 2024 im Jaja Verlag

Mit Beiträgen von: Arne Auinger, Peti, Tim Eckhorst, Jonas Fischer, Gregor Hinz, Andrea Köster, Franziska Ludwig, Eva Muggenthaler, Karen Obenauf, Tine Pape, Jens Rassmus, Tine Schulz, Volker Sponholz, Lara Swiontek

Ab Mitte September wird das Heft kostenlos dort verteilt, wo sich die Zeichner:innen aufhalten. Kinos, Kneipen, Cafés, Comicläden – wo auch immer die Zeichner:innen unterwegs sind, werden sie ihre Spuren in Form eines kleinen Stapels kostenloser Comics hinterlassen. Wer sich auf die Suche machen möchte, wird besonders in Kiel fündig. Hier gibt es außen am Atelierhaus im Königsweg 15 auch eine Box, in der man sich Tag und Nacht selbst bedienen kann (so lange der Vorrat reicht). Und auf purefruit-magazin.de steht, wie man sich das Heft kostenlos gegen Rückporto schicken lassen kann. Natürlich gibt’s dort auch eine digitale Ausgabe (und 29 vorangegangene Hefte). Sofern die Druckerei rechtzeitig liefert wird das Heft ab Freitag, den 13. September verteilt. Aber eigentlich ist es egal, wann genau es erscheint. Es erscheint einfach dann, wenn’s da ist und landet dann auch im Netz.

30, 31, …

Und was kommt danach? Pure Fruit #31 natürlich! Und das entsteht mit einem etwas bestimmteren Briefing. Die Zeichner:innen erzählen darin die Lebensgeschichte des niederdeutschen Dichters Klaus Groth. Der Groth-Comic entsteht in Zusammenarbeit mit der Museumsinsel Lüttenheid in Heide und wird dort ab Ende Oktober mit einer Ausstellung sowie einem Rahmenprogramm präsentiert. Auf zu neuen Abenteuern!

Ein Beitrag von Pure Fruit – Pure Fruit sind: Franziska Ludwig, Gregor Hinz, Tim Eckhorst und Volker Sponholz

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