Das Schleswig-Holstein Musikfestival hat seine Abschlussbilanz veröffentlicht – und gibt jetzt schon einen Ausblick auf den nächsten Festivalsommer.
In mehr als 90 Veranstaltungen beleuchtete das SHMF im Jahr 2024 das kulturelle Erbe der Lagunenstadt Venedig. Für die 203 Konzerte wurden rund 180.000 Karten verkauft. Mit einer Auslastung von 95 Prozent bespielte das Festival 120 Spielstätten an 71 Orten in Schleswig-Holstein, Hamburg, Süddänemark und dem nördlichen Niedersachsen.
„Wir haben in Saxophonklängen geschwelgt, zu Pop-Klassikern getanzt und Vivaldi bejubelt – gemeinsam mit unserem Publikum haben wir acht Wochen lang die musikalische Vielfalt gefeiert und immer wieder unseren Horizont erweitert. Was gibt es Schöneres?“, findet Festivalintendant Dr. Christian Kuhnt.
Das SHMF auf kulturkanal.sh
Auch wir bei kulturkanal.sh haben über das Schleswig-Holstein Musik Festival berichtet: Esther Geißlinger hat sich die Zahlen zum Festival ganz genau angeschaut. Dabei hat sie unter anderem festgestellt: Das eigentliche Festival endet am 1. September, aber drei Konzerte finden unter dem Motto „SHMF im Winter“ im Dezember statt: In Lübeck präsentiert das Baltic Sea Philharmonic Orchester am 2. Dezember Peter Tschaikowskys Ballett Der Nussknacker. Am 10. Dezember in Rendsburg und am 11. Dezember in Meldorf tritt der Tölzer Knabenchor auf.
Wer bis dahin noch in Erinnerungen schwelgen will, Pauline Reinhardt hat von zwei Konzerten berichtet: Da gab es einmal einen italienischen Abend im Reitstall, voller Sehnsucht und unerfüllter Liebe, bei dem die Geigerin Bomsori Kim und das Philharmonische Orchester Lübeck Peter Tschaikowsky und Ermanno Wolf-Ferrari gespielt haben. Und mit Blick auf das Klavierkonzert von Martin Stadtfeld in der Barockkirche Rellingen fragt sie sich: Was ist eigentlich Kitsch? Oder anders gefragt: Wo hört Romantik auf und fängt Kitsch an?
Istanbul wird Städteschwerpunkt 2025

Auf die Abschlussbilanz folgt der Ausblick auf das nächste Jahr: Vom 5. Juli bis zum 31. August wird das Schleswig-Holstein Musik Festival 2025 stattfinden. Der Städteschwerpunkt wird auf Istanbul liegen. Denn, wie es in einer Pressemitteilung heißt: Die Millionenstadt vereint eine Vielzahl ethnischer Gruppen, Religionen und Traditionen, deren Einflüsse sich in der lebendigen Musikszene der Stadt widerspiegeln.
Das SHMF kündigt die türkischen, armenischen, kurdischen und jüdischen Klänge der Stadt an. Dazu kommt die europäisch geprägte Klassikszene in der Stadt, vorangetrieben durch westlich orientierte Komponisten wie Ahmed Adnan Saygun und Ulvi Cemal Erkin. Umgekehrt verarbeiteten auch Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart oder Ludwig van Beethoven Musik des Osmanischen Reiches in ihren Werken.
Das SHMF 2025 will die musikalische Vielfalt Istanbuls beleuchten, angefangen bei Kassia, der ersten bekannten Komponistin des 9. Jahrhunderts aus dem damaligen Konstantinopel, über türkische Folklore bis hin zu Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts wie Ferit Tüzün oder Fazıl Say.