Die Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein hat den renommierten Dirigenten Kent Nagano mit dem diesjährigen Brahms-Preis ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet im September in der St. Bartholomäus-Kirche in Wesselburen statt. „Wenn es einen Komponisten gibt, der für die Musik aus Norddeutschland steht, dann ist es Johannes Brahms“, so der renommierte Dirigent und langjährige Generalmusikdirektor des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg. Besonders in den letzten Jahren hatte sich Nagano verstärkt mit dem Johannes Brahms auseinandergesetzt und neue Perspektiven auf das Werk des norddeutschen Komponisten eröffnet.
Die Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein wurde 1987 von Justus Frantz in Heide, der Stadt von Brahms‘ Vorfahren, mit dem Vorhaben gegründet, das dortige „Brahms-Haus“ komplett zu renovieren und im Bestand zu retten. 1990 wurde das Haus, in dem im 19. Jahrhundert Vorfahren und nahe Verwandte von Brahms gewohnt hatten, feierlich wiedereröffnet. Ab Mitte der Neunziger Jahre wurde die Brahms-Gesellschaft von dem Pianisten Eckart Besch geleitet und nun auch als Konzertgesellschaft langfristig etabliert. 2014 übernahm der Konzert- und Künstlervermittler Joachim Nerger den Vorsitz von ihm.
Seit ihrer Gründung verleiht die Brahms-Gesellschaft einmal im Jahr den Brahms-Preis an renommierte Künstler oder angesehene Institutionen, die sich um das Werk von Johannes Brahms oder auch um die Förderung des musikalischen Nachwuchses auf besondere Weise verdient gemacht haben.
Unter den Preisträgern finden sich Namen wie Leonard Bernstein, Dietrich Fischer-Dieskau, Anne-Sophie Mutter, Christian Tetzlaff, Sabine Meyer, Lars Vogt, Thomas Quasthoff, Christoph Eschenbach und – als Preisträger der letzten Jahre – der Dirigent Herbert Blomstedt und die Sängerin Christiane Karg sowie die Geigerin Midori. Auch die Liste der Laudatoren ist mit Künstlern wie Elisabeth Schwarzkopf, Edda Moser, Klaus Maria Brandauer und (ehemaligen) Politikern wie Klaus von Dohnany, Harry Peter Carstensen und Helmut Kohl prominent besetzt.