Stefan Schwarck ist Autor, Bühnenpoet und Geschäftsführer Stiftung Die blaue Stadt (Kiel). Für kulturkanal.sh schaut er aufs Kulturjahr 2026:
Mein Horoskop sagt, dass 2026 ein erfolgreiches Jahr wird. Das stand da 2025 auch schon – und das wurde es tatsächlich. Insofern freue ich mich auf alles, was kommt.
Gibt´s im Himmel Himbeereis?
Das Jahr fängt gleich mit freudiger Spannung an. „Gibt’s im Himmel Himbeereis?“ ist der Titel einer Anthologie mit Illustrationen und Comics zum Thema Tod und Sterben. Und wer mich kennt, weiß, dass ich vieles kann, aber ganz sicher nicht zeichnen. Deshalb habe ich dafür mit Franziska Ludwig und Gregor Hinz und ihren Studierenden aus dem Seminar „Narrative Illustration“ an der Muthesius Kunsthochschule Profis an Bord geholt. Zu sehen sein werden die wundervollen Ergebnisse am 10. Februar im Kesselhaus (Kiel). Neben der Publikation wird es eine Wander-Ausstellung geben, für die die Planung noch läuft.
Stiftung Die blaue Stadt
Insgesamt wird 2026 meine Arbeit mit der „Stiftung Die blaue Stadt“ stärker in den Mittelpunkt rücken. Kunst und Kultur können für Kinder und Jugendliche, die mit lebensverkürzenden Erkrankungen konfrontiert sind, ein Weg sein, die eigenen Gefühle zum Ausdruck zu bringen oder einfach ein wenig Erleichterung im Alltag zu erleben. Diesen Menschen den Zugang zu kreativen Angeboten zu erleichtern und ihnen in einer liebevollen und sicheren Atmosphäre die Möglichkeit zu geben, sich mit künstlerischen Mitteln auszudrücken, ist auch 2026 meine Herzensaufgabe. Kunst ist daneben auch ein Weg, in der Öffentlichkeit immer wieder auf die besonderen Situationen der Betroffenen aufmerksam zu machen. Gerade die Angehörigen schwersterkrankter Menschen – die Geschwisterkinder, Schattenkinder, Hinterbliebenen – ihre Ängste, ihre Sorgen und ihre Trauer werden in und von der Gesellschaft oft übersehen. Diese Menschen und ihre Sorgen sichtbar zu machen, auch dazu möchte die „Stiftung Die blaue Stadt“ ihren Beitrag leisten.
Geplantes und Spontanes im „Dorf“ Schleswig-Holstein
Natürlich wird die Zeit auf den Bühnen des Landes dabei nicht zu kurz kommen. Spokenword-Auftritte, Poetry Slam, die Lesebühne „Irgendwas mit Möwen“, Duo- und Sololesungen stehen auf dem Zettel – und ganz sicher wartet das eine oder andere spontane Experiment mit spannenden Künstler*innen über den Tellerrand hinaus.
Böse Zungen sagen, Schleswig-Holstein sei ja kulturell ein Dorf. Was ich durchaus zu schätzen weiß, weil hier irgendwie jede jeden kennt und jede mit jedem jederzeit in künstlerischen Kontakt treten und wunderbare Projekte starten kann.

„…und dann muss man ja auch noch Zeit haben, am Meer zu sitzen…“ (Foto: Stefan Schwarck)
Ich freue mich 2026 auf inspirierenden Austausch und herrliche Spinnereien, auf den Start neuer Projekte, auf die Realisierung alter Ideen, auf sprudelnde Feste und harmonischen Alltag, auf herzlich vertraute und spannende neue Verbindungen, auf kleine und große Kulturereignisse und bereichernde Kunsterlebnisse, auf fruchtbaren Austausch und kreative Vernetzung, auf Aufregung und Entschleunigung – und auf Fischbrötchen. Frei nach Astrid Lindgren: „…und dann muss man ja auch noch Zeit haben, am Meer zu sitzen und Gedanken und Ideen wachsen zu lassen.“
(Neujahrsstatement 2026 von Stefan Schwarck)
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