Für die Sanierung von sieben Bauwerken in Schleswig-Holstein schießt der Bund Fördermittel aus dem 14. Denkmalschutz-Sonderprogramm zu. Zusammen kosten die Maßnahmen 1,78 Millionen Euro. Insgesamt ist der Topf, der in den Zuständigkeitsbereich von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (CDU) fällt, mit 35 Millionen Euro gefüllt. Das Sonderprogramm dient der Förderung kleinerer Projekte. Rund ein Prozent aller Gebäude in Schleswig-Holstein stehen bereits unter Denkmalschutz.
144 Maßnahmen kamen zum Zug, davon liegen nur sieben in Schleswig-Holstein. Der CDU-Landtagsabgeordnete Hermann Junghans, denkmalschutzpolitischer Sprecher seiner Fraktion, weißt aber auf die große Konkurrenz hin. Denn schließlich waren die Begehrlichkeiten groß. Im 35-Millionen-Topf landeten Anträge in einem Gesamtvolumen von 270 Millionen Euro.

Bauvorhaben von Altenkrempe bis Wahlstorf
Den größten Zuschuss von einer halben Million Euro erhält die Basilika von Altenkrempe. Das Dach der Backsteinkirche, deren Bau Ende des 12. Jahrhunderts begann, hat große Schäden. An vielen Balken finden sich verrottete Stellen. Die Gemeinde hatte auf die Förderung gehofft und bereits mit den ersten Arbeiten begonnen, nachdem es erste Signale vom Bund gab.
„Als Lübecker freue ich mich besonders über 300.000 Euro für die Sicherung der ehemaligen Bischofsherberge, die aus dem 16. Jahrhundert stammt“, sagt Junghans. „Hier sind Sicherungsmaßnahmen besonders dringend erforderlich.“
Weitere Gelder fließen nach Drage in Nordfriesland. Dort wird das Gutshaus mit rund 200.000 Euro saniert. Die Kirche St. Nicolai in Elmshorn erhält fast 285.000 Euro. Weitere 75.000 Euro gehen nach Mildstedt bei Husum für Arbeiten an der Kirche St. Lamberti. Das privat geführte Herrenhaus in Pronstorf am Rand der Holsteinischen Schweiz, auch ein Austragungsort für das Schleswig-Holstein-Musikfestival und weitere kleinere Musikfestivals, erhält 170.000 Euro für ein Dachsanierung. Insgesamt wird die Maßnahme 600.000 Euro kosten. Auch das Gut Wahlstorf im Besitz der Plessen-Stiftung erhält 250.000 Euro aus Bundesmitteln für die Renovierung des historischen Kornspeichers.
Denkmalschutz – eigentlich Ländersache
Denkmalschutz und Denkmalpflege seien in erster Linie Aufgaben der Länder, heißt es auf der Homepage des Kulturstaatsministers. Aber der Erhalt wichtiger nationaler Kulturdenkmäler sei von je her auch ein Schwerpunkt der Kulturpolitik des Bundes. Über Sonderprogramme haben die jeweiligen Beauftragten der Bundesregierung zwischen 2009 und 2025 rund 547 Millionen Euro in den Denkmalschutz investiert. Dadurch konnten mehr als 3.000 national bedeutsame Kulturdenkmäler und historische Orgeln saniert werden.