Dritter Ort in Flensburg: Blau:pause bietet Raum für Miteinander

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Flensburg macht blau: Im März 2024 öffnete die „Blau:pause“ in der Innenstadt ihre Türen. Auf rund 300 Quadratmetern ist in einem Bürohaus in der Friesischen Straße ein soziokulturelles Zentrum entstanden. Es soll als „Möglichkeitsraum“ eine Alternative zu den Läden und Cafés der nahegelegenen Einkaufsstraßen darstellt. Das Ziel ist nicht weniger als die Vision eines „real-utopischen, selbstorganisierten, lebendigen Ortes“, heißt es in einer Selbstbeschreibung des Blau:pause-Teams.

Kleine Pause, große Pause, Bewegungspause

Sechs Räume für alle Wünsche stehen zur Verfügung. Hier die „Große Pause“. Foto: Blau:pause

Mehrere Treppen geht es hinauf bis zur Tür, hinter der die „Blau:pause“ anfängt. Dahinter liegt ein Flur, in dem eine Kaffeemaschine steht – das belebende Getränk gibt es gegen eine Spende. Vom Flur gehen Räume in unterschiedlichen Größen ab, die sich für ganz verschiedene Aktivitäten eignen. In der „Kleine Pause“ mit elf Quadratmetern können sich bis zu acht Personen um einen ovalen Tisch versammeln, in die „Große Pause“ passen 45 Stühle für Vortragsveranstaltungen. Die „Bewegungspause“ hat einen glatten Boden für Sport jeder Art, und im Coworking Space können bis zu 15 Personen an Schreibtischen arbeiten und schnelles Internet nutzen.

Rund 900 bis 1.000 Menschen nutzen die Angebote im Monat. „Das entspricht durchschnittlich 100 Raumbelegungen, über die Hälfte davon im soziokulturellen Bereich“, sagt Johanna Keller vom gemeinnützigen Verein „Transformationszentrum Flensburg“, der hinter der „Blau:pause“ steht.  „Die Räume werden von Vereinen, Initiativen, Gruppen und Einzelpersonen genutzt – von Chorproben über Sprachkurse und Workshops bis hin zu politischen Treffen und kulturellen Veranstaltungen.“ Das Besondere sei, dass die Nutzenden den Ort aktiv mitgestalten. Keller sagt:

„Die Blau:pause wird nicht für, sondern von Flensburger:innen gemacht.“

Daneben entwickelt die Blau:pause als Dritter Ort eigene programmatische Schwerpunkte. Thematisch geht es um „sozial-ökologische Transformation, demokratische Kultur, Begegnung und der Umgang mit Einsamkeit“.  Dazu bietet das Team Veranstaltungsreihen und Einzelveranstaltungen an, um damit kulturelle Teilhabe und gesellschaftlichen Dialog zu ermöglichen.

Bunte Gruppe gründete den Trägerverein

Gruppenbild mit Damen und Herren: Bei der Mitgliederversammlung 2025 kamen die Aktiven zusammen. Foto: Blau:pause

Eine „bunte Gruppe engagierter Menschen aus Flensburg“, so steht es auf der Homepage, gründete den Trägerverein im August 2023. Voran gegangen waren eineinhalb Jahren Konzeptarbeit. Der lange Vorlauf zahlte sich aus: „Seit der Eröffnung hat sich die Blau:pause zu einem lebendigen Knotenpunkt der Stadtgesellschaft entwickelt, der Kulturarbeit, soziale Teilhabe, Demokratiestärkung und nachhaltige Stadtentwicklung miteinander verbindet“, berichtet Keller.

Da sich die Blau:pause sich als Multiplikatorin für Engagement in Flensburg versteht, ist eine enge Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, Initiativen und zivilgesellschaftlichen Gruppen der Stadt eine wichtige Aufgabe für das Team. Ein Großteil der Arbeit wird ehrenamtlich getragen. Spenden, Mitgliedsbeiträge, Fördermittel und städtische Unterstützung halten die „Blau:pause“ finanziell am Leben.  Unter anderem erhielt der Verein im September 2024, ein halbes Jahr nach Eröffnung des Zentrums, 30.000 Euro von der Deutschen Postcode Lotterie. Dadurch konnte das Team eine neue Veranstaltungsreihe starten. Sie trägt den Titel „Von Großdemos zum Handeln: Rechten Stimmen aktiv begegnen. Für Vielfalt einstehen“. Aber es fehlt zurzeit noch eine langfristig gesicherte Finanzierung. „Die würde es ermöglichen, das eigene Programm weiter auszubauen“, sagt Keller.

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