Der Ehrenamtsmonitor Kultur Schleswig-Holstein geht in die zweite Hälfte der Befragungsphase. Bis Anfang Oktober haben sich bereits 178 Kulturorganisationen beteiligt. Hinzu kommen mehr als 240 persönliche Perspektiven von ehrenamtlich Engagierten. Jetzt sollen vor allem noch Lücken zwischen Regionen und Kultursparten geschlossen werden.
Noch liegen keine Ergebnisse vor. Inhaltlich ausgewertet werden die Antworten erst nach Ende der Befragung. Die Beteiligung am ersten Ehrenamtsmonitor Kultur Schleswig-Holstein ist bereits beachtlich: Bis zum 1. Oktober lagen 420 vollständig abgeschlossene Rückmeldungen aus der avisierten Zielgruppe vor: 178 Vereine, Initiativen und Kulturorganisationen haben ihre Situation geschildert, außerdem 242 ehrenamtlich Engagierte ihre persönlichen Perspektiven. Damit erreicht die Befragung Menschen und Organisationen aus allen Kreisen und kreisfreien Städten Schleswig-Holsteins.
„Wir freuen uns sehr über die gute Resonanz. Dass sich bereits 178 Organisationen beteiligt haben, gibt uns für die erste landesweite Erhebung eine sehr gute Grundlage. Zudem zeigt es, dass die Lage des Ehrenamts in der Kultur ein wichtiges Thema für die Kulturszene ist“, sagt Dr. Kilian Lembke, Vorsitzender des Landeskulturverbandes Schleswig-Holstein. „Jetzt geht es vor allem darum, die Breite und Verteilung weiter zu erhöhen. Besonders freuen wir uns noch über Rückmeldungen aus Neumünster, Pinneberg, Dithmarschen und Steinburg sowie aus den Bereichen Film und Medien und Kulturelle Bildung. Unser Ziel sind 750 vollständig ausgefüllte Fragebögen.“
Wer hält Kultur am Laufen?
Der Ehrenamtsmonitor richtet den Blick auf diejenigen, die dafür sorgen, dass kulturelle Angebote überhaupt möglich werden: Menschen, die Vorstandsarbeit übernehmen, Veranstaltungen und Projekte organisieren, Öffentlichkeitsarbeit machen, sich um Finanzen, Technik oder Nachwuchs kümmern oder andere Aufgaben in Vereinen, Initiativen und Kulturorganisationen übernehmen.
Gefragt wird unter anderem danach, wie sich das Engagement entwickelt, wie gut neue Ehrenamtliche gewonnen werden können, welche Belastungen bestehen, was Menschen motiviert und welche Unterstützung Organisationen und Engagierte für die Zukunft benötigen.
Dabei werden bewusst zwei Perspektiven betrachtet: Organisationen berichten über ihre strukturelle Situation und einzelne Ehrenamtliche über ihre persönlichen Erfahrungen. Wer selbst engagiert ist und zugleich für eine Organisation Auskunft geben kann, kann deshalb beide Fragebogenwege nutzen. Der Organisationsfragebogen sollte pro Organisation nur einmal ausgefüllt werden.
„Uns interessiert nicht nur, wo Ehrenamt unter Druck gerät“, so Lembke. „Wir wollen genauso verstehen, was Menschen dazu bewegt, Verantwortung zu übernehmen, was gut funktioniert und welche Bedingungen dazu beitragen, dass diese Strukturen dauerhaft bestehen können.“
Jetzt gezielt die Lücken schließen
In den letzten Wochen hat der Landeskulturverband die Befragung gezielt über Fachverbände, Kulturknotenpunkte und weitere Netzwerke verbreitet. Inzwischen liegen Rückmeldungen aus allen Kreisen und kreisfreien Städten Schleswig-Holsteins vor. Die Verteilung ist allerdings noch unterschiedlich: Vergleichsweise wenige Antworten kommen bislang aus Neumünster, Pinneberg, Dithmarschen und Steinburg. Auch einige Kultursparten sind im bisherigen Rücklauf noch schwächer vertreten – insbesondere Film und Medien und Kulturelle Bildung.
In der verbleibenden Zeit sollen deshalb gerade aus diesen Regionen und Bereichen weitere Perspektiven hinzukommen. Auch Organisationen und Engagierte, die bisher keinen Kontakt zum Landeskulturverband haben, sind ausdrücklich eingeladen, sich zu beteiligen.
Die Befragung ist anonym, dauert rund fünf Minuten und läuft bis einschließlich 18. Oktober 2026.
→ Jetzt am Ehrenamtsmonitor teilnehmen:
https://www.soscisurvey.de/ehrenamtsmonitor2026/?r=kulturkanal_r1
Die Ergebnisse werden anschließend ausgewertet und am 29. Oktober beim Kulturkongress „Kultur & Ehrenamt“ in Rendsburg vorgestellt und diskutiert.