Menschen im Kulturbetrieb: Kreativagentur frau von herrlich

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Juliane Hanssen, Christiane Limper und Matthias Runge. Foto: Karsten Bahnsen

Das erste Bild, das auf dem Bildschirm erscheint, zeigt Matthias (Matze) Runge. Er sitzt im Büro mit einem Lächeln auf den Lippen. Kurz darauf schalten sich Juliane Hanssen und Christiane Limper aus einer Lagerhalle dazu. Beide strahlen in die Kamera – zunächst ohne Ton. Sie müssen erst noch das Hallentor schließen, damit der Lärm von draußen nicht weiter stört. „Wir bauen gerade die Ausstellung auf und sitzen noch mitten in der Baustelle“, erklären sie.

Wer ist frau von herrlich?

Hanssen, Limper und Runge sind die Köpfe hinter der Kreativagentur frau von herrlich. Die drei kennen sich gut und haben bereits in verschiedenen Konstellationen erfolgreich zusammengearbeitet. Die Gründung einer gemeinsamen Kreativagentur für Veranstaltungsmanagement und Projektentwicklung war ein logischer Schritt:

„Gerade bei Förderanträgen ist es wichtig, als Brand aufzutreten – das gibt Sicherheit und zeigt Wirkung“, sagt Runge.

Tatsächlich tritt das Trio als eingespieltes Team auf. So, wie die drei sich im Gespräch die Bälle zuwerfen, wird klar: Hier funktioniert die Zusammenarbeit mit Leidenschaft, Vertrauen und einer klaren gemeinsamen Vision.

Juliane Hanssen ist Kulturmanagerin, sie bezeichnet Frau von herrlich als ihr „Baby“ und investiert ihre ganze Energie in den Aufbau. Christiane Limper ist freischaffende Künstlerin mit dem Schwerpunkt auf partizipativen Arbeiten, wie beispielsweise die Freiraumgalerie „Rumhängen goes NORD:SYD“. Matthias Runge bringt seine Erfahrungen als Creative Director sowie als Film- und Musikproduzent in die Agentur ein.

Zum Namen der Agentur sagt Juliane Hanssen: „Das Wort herrlich ist einfach ein feines Wort!“ Runge fand allerdings, dass das Wort „Herr“ dabei sehr in den Vordergrund rückt – und so entstand kurzerhand: Frau von herrlich die Kreativagentur.

Kreativwirtschaft: Kreativität und Wirtschaft

Juliane Hanssen, Christiane Limper und Matthias Runge. Foto: Karsten Bahnsen

Kreativität und Wirtschaft: zwei Begriffe, die tendenziell zögerlich miteinander verbunden werden. frau von herrlich will genau das ändern. Kunst dürfe und müsse auch wirtschaftlich gedacht werden, sagen die drei. Als Vorbild nennen sie die lebendige Kreativwirtschaft in Hamburg: „Die wissen einfach, wie Kreativwirtschaft und Vernetzung funktionieren.“

Besonders wichtig ist den drei Initiator:innen, den Fokus auf neue Denkansätze zu richten. Sie wollen konkrete Anstöße für Zusammenarbeit geben – zwischen verschiedenen Disziplinen, mit klarer Offenheit für Experimente. Ihr aktuelles Projekt, die Ausstellung „Collaborative Fungi Art Exhibition“ , zeigt, wie pilzbasierte Biomaterialien als umweltfreundliche Alternativen in Kunst, Design und Forschung Anwendung finden.

Ein Prozess, so wie vieles in der Kunst

Die unterschiedlichen Erfahrungshintergründe und disziplinären Zugänge von Hanssen, Limper und Runge sind kein Zufall. Sie sind Teil des Konzepts. Nachhaltigkeit, Inklusion und Barrierefreiheit denken sie von Anfang an mit. „Als Grundlage, nicht als Zusatz“, betont Limper. So sind beispielsweise lokales Catering, Führungen in einfacher Sprache und barrierefreie Zugänglichkeit bei ihren Veranstaltungen selbstverständlich. Hanssen hat eine Zeit lang als Heilerziehungspflegerin gearbeitet und viel mit Menschen mit Behinderung gearbeitet, daher ist es ihr ein großes Anliegen, Inklusion mitzudenken. Dazu gehört auch, bewusst unterschiedliche Perspektiven und Expertisen einzubeziehen – intern wie in der Zusammenarbeit mit anderen.

Besonders am Herzen liegt ihnen ihr Standort im deutsch-dänischen Grenzraum. Runge bringt eine besonders starke Verbindung zu Dänemark mit. Geprägt von dänischen Institutionen (Kindergarten, Schule und Universität) – engagiert er  sich heute in verschiedenen Institutionen der dänischen Minderheit. Beruflich und ehrenamtlich setzt er sich ein für Städtepartnerschaften, interkulturellen Austausch oder den Aufbau einer starken, zukunftsfähigen Kreativwirtschaft.

Mit diesen Gedanken geht es zurück auf die Baustelle von frau von herrlich, in der noch vieles unvollständig ist. Die jüngst eröffnete „Collaborative Fungi Art Exhibition“ fand vom 26.-29. April statt und steht für die Punkte, die das Trio antreiben: Ressourcen neu denken und gemeinsam eine innovative Zukunft gestalten. Hanssen und Limper haben sich diesem Projekt gemeinsam gewidmet.

Eröffnung der Ausstellung „Collaborative Fungi Art Exhibition“ Foto:Martha Kohn

Einblicke zur Eröffnung der „Collaborative Fungi Art Exhibition“ – von den Kuratorinnen Juliane Hanssen und Christiane Limper am 26.04.25

Christiane Limper und Juliane Hanssen berichten von der Eröffnung ihrer ersten Ausstellung in der Ausstellungshalle in Flensburg: „Der große Andrang zeigt, wie relevant Pilze heute sind:  Sie können nicht nur organisches Material zersetzen, sondern auch Neues erschaffen – stabile, biologisch abbaubare Materialien, die eines Tages Plastik oder Leder ersetzen könnten“.

Die Ausstellung bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Natur, Wissenschaft und Gestaltung. Ausgangspunkt sind die Forschungsergebnisse des myco.based-Projekts, die das Potenzial pilzbasierter Materialien aufzeigen – etwa als Energiequelle. Die künstlerischen Arbeiten von 15 Positionen greifen diese Erkenntnisse auf, reflektieren sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln und eröffnen kreative Zugänge zu nachhaltigem Denken.

Mehr über die aktuellen Projekte der Kreativagentur : frauvonherrlich.de

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