Tropft es im Probenraum der Nachwuchsbands durchs Dach, klemmt der Bühnenvorhang des Plattdeutschen Theaters oder verbrennt die alte Heizung die wenigen Geldreserven des Soziokulturellen Zentrums? Für Gruppen der Freien Szene und kleine Kultureinrichtungen können Investitionen in notwendige Reparaturen das Aus bedeuten. Das Land Schleswig-Holstein hatte ein eigenes Investitionsprogramm für die Freie Szene geschaffen, das allerdings Ende 2024 auslief. Mehrere Kulturverbände und Institutionen machen sich für eine Fortsetzung stark. Doch dazu braucht es den Rückhalt der Kulturschaffenden im Land.

Umfrage: Wo drückt der Schuh?
Dem Bündnis der Kulturverbände und Institutionen gehören das Literaturhaus Schleswig-Holstein, der Landeskulturverband Schleswig-Holstein, die LAG Soziokultur Schleswig-Holstein, der Landesverband Freies Theater in Schleswig-Holstein (fdk_sh) sowie der Schleswig-Holsteinische Heimatbund an. Sie hatten gemeinsam erreicht, dass das Investitionsprogramm noch ein Jahr verlängert wurde. Nun starten sie eine Umfrage und bitten alle Gruppen oder Einzelpersonen der Freien Szene um Beteiligung.
„Wir möchten den zukünftigen Investitionsbedarf der Freien Szene und kleiner Kultureinrichtungen erfassen“, heißt es in einer Mitteilung. Das Ziel ist, „gegenüber Politik und Landesregierung die Notwendigkeit einer langfristigen und bedarfsgerechten Investitionsförderung für den Kulturbereich in Schleswig-Holstein zu verdeutlichen“.
Die Teilnahme an der Umfrage dauert nach Angaben der Kulturverbände etwa fünf bis sieben Minuten. Das Formular soll bis 21. Juni ausgefüllt werden. Die Erhebung ist nicht anonym, die einzelnen Datensätze werden aber weder veröffentlicht noch an Dritte weitergegeben. Weitere Gelegenheit zum Austausch gibt es bereits am Donnerstag, 11. Juni 2026, beim Kulturstammtisch des Kulturknotenpunktes Nordost. Start ist um 18:30 Uhr beim Kulturverein Lürschau e. V.
Investitionen in die Zukunft
Das Investitionsprogramm des Landes stammt aus dem Etat des Bildungs- und Kulturministeriums, über die Anträge entschied die Investitionsbank. Es richtete sich an nicht gewinnorientierte, öffentlich zugängliche Einrichtungen, Gruppen oder Projektträger mit eindeutig kultureller Ausrichtung, etwa soziokulturelle Zentren, freie Theater, Kunst- und Heimatvereine, nicht-staatliche Museen, musikalische Ensembles, Filmclubs oder Literaturvereinigungen, heißt es in der Richtlinie.
Gefördert wurden der Kauf von Ausstattungsgegenständen sowie die Sanierung, Umbau und Modernisierung bestehender Gebäude. Dabei sollte es um energetisch sinnvolle und nachhaltige Umgestaltung gehen. Die Fördersummen lagen zwischen 3.000 und 50.000 Euro.
Schleswig-Holstein zählt im Bundesvergleich zu den Ländern mit den geringsten Ausgaben für Kunst und Kultur: Mit 87,22 Euro pro Jahr und Kopf der Bevölkerung steht der „echte Norden“ auf dem drittletzten Platz. Spitzenreiter Berlin gibt 264,50 Euro aus.
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