Am 2. Juni ist UNESCO-Welterbetag in Deutschland. Zu diesem Erbe gehören Naturerbe, Kulturerbe und immaterielles Erbe. Einen kurzen Überblick über Stätten und Traditionen in Schleswig-Holstein sowie die Veranstaltungen am UNESCO-Welterbetag gibt es hier.
Eine Naturerbe-Stätte: Das Wattenmeer
Genau eine Naturerbe-Stätte gibt es im nördlichsten Bundesland: das Wattenmeer, das sich natürlich auch über Hamburg, Niedersachsen sowie die Niederlande und Dänemark erstreckt.
In Wyk auf Föhr gibt es gleich zwei Veranstaltungen, die dazu einladen diese besondere Landschaft kennenzulernen, beide mit Rangerin Leonie Dittmann: Am 2. Juni veranstaltet sie eine vogelkundliche Radtour, am 3. Juni ein gemeinsames Vogelbeobachten auf dem Deich. Auch im nordfriesischen Tönning gibt es im Nationalparkzentrum Multimar Wattforum an diesem Tag viele Mitmachaktionen.
Zwei Kulturerbe-Stätten: Hansestadt Lübeck und Haithabu
Von den Kulturerbe-Stätten gibt es hingegen zwei in Schleswig-Holstein. In Lübeck ist das gleich die gesamte Altstadt, über die sich die Geschichte der Hanse erstreckt. Dementsprechend finden auch die Veranstaltungen des UNCESO-Welterbetags nicht nur an einem Ort statt, wie die rund anderthalbstündigen kostenlosen Führungen.
Das Danewerk und die wikingerzeitliche Siedlung Haithabu bei Schleswig gehören bereits seit 2018 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie haben erst vor kurzem Geld erhalten, um dieses Erbe weiterhin zu erhalten. Für rund 2,6 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren die Kulturdenkmäler aufgewertet werden, teilt das Landwirtschafts- und Europaministerium mit. Dementsprechend wird auch am 2. Juni gefeiert: mit Sonderführungen und Bogenschießen.
Immaterielles Kulturerbe
Das immaterielle Kulturerbe steht am 2. Juni nicht im Mittelpunkt der Veranstaltungen rund um den UNESCO-Welterbetag. Das wäre auch gar nicht möglich, schließlich findet das Biike-Brennen auf den nordfriesischen Inseln immer am 21. Februar statt, wenn früher die Walfänger verabschiedet worden sind. Und der Martensmann trägt sein Fass Wein jedes Jahr am 9. November von Lübeck nach Schwerin. Die Helgoländer Dampferbörte transportieren nur noch bei Bedarf Passagiere von vor Anker liegenden Seebäderschiffen auf die Insel. Die Knicks, also mit Bäumen und Sträuchern bepflanzte Erdwälle, werden nur alle zehn bis 15 Jahre erneut. Und die Minderheiten und Mehrheiten im deutsch-dänischen Grenzland leben dort das gesamte Jahr über zusammen.
Ab Herbst weiß man, ob auch die letzte vollständige Juni-Woche bald noch mehr Grund zum Feiern ist. Dann entscheidet das Fachkomitee der Deutschen UNESCO-Kommission über den Vorschlag, die Kieler Woche in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufzunehmen.