„Drunter und drüber“ – deutsch-dänische Ausstellung in Rendsburg

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„Drunter und Drüber“ lautet der Titel einer Ausstellung im Rendsburger Atelier und Wohnhaus des Künstlerpaars Renate Basten und Jürgen Baum, dem „4und20“. Der Titel ist ganz wörtlich gemeint: Ein Teil der Bilder entstand auf bereits bemalten Leinwänden oder auf Fotos, so dass die darunter liegenden Motive durchscheinen.

Bäume und Windräder: Jürgen Baum hat ein Foto als Grundlage verwendet. Foto: Geißlinger

Renate Basten und Jürgen Baum haben sich für diese Ausstellung Gäste eingeladen. Beteiligt am „Drunter und Drüber“ sind Angelika Nissen und Lars Waldemar, beide aus Dänemark, mit ganz unterschiedlichen Objekten. „Fotografik“, also eine Mischung aus Fotografie und Grafik, ist das Thema von Daniela und Wolfgang Wehrmeier. Die Schau in der Königinstraße 24 – daher der Name des Ateliers – läuft bis zum 23. Juni. Zu sehen ist sie donnerstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr und nach Absprache.

Mal-Aktion aus Anlass des 825. Stadtgeburtstags

Wer das Atelier im eigenen Wohnhaus einrichtet, lebt mit denselben Problemen wie alle Menschen, die im Homeoffice arbeiten: „Wenn es nicht so gut läuft, räumt man mal schnell die Waschmaschine aus oder schaut in den Kühlschrank“, gibt Renate Basten zu. Ein Teil der Bilder, die sie und Baum bei der aktuellen Ausstellung zeigen, sind allerdings außerhalb des heimischen Ateliers entstanden. Das Künstlerpaar folgte im Februar einer Einladung des Stadtmuseums im Kulturzentrum Hohes Arsenal. Unter dem Motto „Rendsburg wird gemalt – Museum wird Atelier“ arbeiteten beide direkt im Museum und ließen sich dabei über die Schulter schauen.

Anlass für die Mal-Aktion war der 825. Geburtstag der Stadt Rendsburg. In dieser langen Geschichte ging es oft drunter und drüber, daran erinnerte Stadtpräsident Thomas Krabbes in seiner Rede bei der Vernissage der Ausstellung im Atelier 4und20. Er würdige Baum und Basten nicht nur als Künstler:innen. Das Paar, das seit 2018 in der Kreisstadt an der Eider lebt, weist immer wieder mit künstlerischen Aktionen auf Probleme hin. So organisierten sie eine „Trauerfeier“ für ein historisches Gebäude, das abgerissen wurde, oder gestalteten die Schaufenster von leerstehenden Läden in der Innenstadt. Auch an Demos gegen Rechts und für Umweltschutz sind die beiden beteiligt. „So viel Engagement kann auch mächtig auf die Nerven gehen“, sagte Stadtpräsident Krabbes. „Aber ich mag das.“

Flächige Farben: Rechts Renate Bastens Original, links eine „Fotografik“. Foto: Geißlinger

Enge Verbindung nach Dänemark

Dass auch dänische Künstler:innen ihre Werke in Rendsburg ausstellen, hat einen Grund: Baum, der als Kunstlehrer in Neumünster tätig war, lebte danach 15 Jahre lang in Nordschleswig, wo er den deutsch-dänischen Kunstverein „Flensborg Fjords Kunst & Kulturforening“ gründete. Er hat gute Kontakte zu Rendsburgs dänischer Partnerstadt Aalborg. Bereits zum zweiten Mal stellt Lars Waldemar aus Esbejerg im 4und20 aus. Seine Objekte und Skulpturen erinnern an Früchte oder stachelige Samen, sie bestehen aber aus Müll. Die Ausstellung in der Mini-Galerie findet er spannend: „Meine Werke hängen sonst in Museen oder größeren Galerien. Hier ist es eine temporäre Ausstellung in einem Wohnhaus.“ Inhaltlich passen die samenartigen Objekte zu den Bildern von Wäldern oder Bäumen von Jürgen Baum.

Organische Formen aus Abfällen: Lars Waldemar aus Esbjerg brachte Objekte nach Rendsburg mit. Foto: Geißlinger

„Drunter und drüber ist ein Prozess mit ungewissem Ausgang: Wir schichten, kombinieren und verfremden“, heißt es in der Ankündigung der Ausstellung. Neben „Drunter und Drüber“ gibt es ein Hin und Her: Die Künstler:innen tauschten Werke aus, verfremdeten und bearbeiteten Gemälde und Fotos wechselseitig. Besonders für Renate Basten bleibt „die Übermalung bleibt als wichtiges Element“, schreibt sie auf ihrer Homepage. Das frühere Motiv bleibt im Hintergrund erhalten, schimmert durch und verändert das neue Bild.

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