Kinopreis Schleswig-Holstein 2026: Land zeichnet 17 herausragende Lichtspielhäuser aus

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Schleswig-Holstein setzt ein deutliches Zeichen für die Kino- und Filmkultur im Land: Im Flensburger 51 Stufen-Kino wurden 17 Lichtspielhäuser mit dem Kinopreis Schleswig-Holstein 2026 ausgezeichnet. Die Preisverleihung markiert zugleich einen kulturpolitischen Meilenstein, denn das Land hat die Dotierung des Kinopreises mehr als verdoppelt. Statt bislang 43.000 Euro stehen nun insgesamt 95.100 Euro für die Auszeichnung engagierter Kinos zur Verfügung.

Mit dem Kinopreis würdigt das Land Kinos, die weit über die reine Filmvorführung hinausgehen und sich durch besondere Programmgestaltung, kulturelles Engagement, Nachhaltigkeit oder inklusive Angebote hervortun. Die ausgezeichneten Häuser verteilen sich über das gesamte Bundesland – von Flensburg bis Amrum und von Kiel bis Fehmarn.

Kinos als kulturelle Begegnungsorte

Bei der Preisverleihung betonte Kulturministerin Dr. Dorit Stenke die besondere gesellschaftliche Rolle der Kinos. Gerade in einer Zeit zunehmender Digitalisierung und individueller Mediennutzung seien sie Orte gemeinschaftlicher Erlebnisse.

„Kinos sind Kulturorte, Treffpunkte und Räume des gemeinsamen Erlebens. Gerade in einer Zeit, in der vieles allein und digital konsumiert wird, schaffen Kinos etwas Besonderes: Sie bringen Menschen zusammen“, sagte die Ministerin vor den Vertreterinnen und Vertretern der ausgezeichneten Häuser.

Gleichzeitig kündigte Stenke eine Weiterentwicklung des Preises an. Ab dem kommenden Jahr soll eine zusätzliche Kategorie für Filmbildung eingeführt werden. Damit sollen insbesondere Angebote für Kinder und Jugendliche, Filmgespräche, Workshops sowie innovative Vermittlungsformate stärker in den Fokus rücken.

Die neue Kategorie unterstreicht die wachsende Bedeutung kultureller Bildungsarbeit in den Kinos. Viele Lichtspielhäuser haben sich in den vergangenen Jahren längst zu Lern- und Diskussionsorten entwickelt, an denen gesellschaftliche Themen aufgegriffen und kulturelle Kompetenzen vermittelt werden.

Stärkere Unterstützung für die Kinokultur

Auch Staatssekretär Guido Wendt hob die Bedeutung der Kinos für die kulturelle Infrastruktur des Landes hervor. Die Aufstockung der Preisgelder sei Teil einer langfristigen Strategie zur Stärkung der Film- und Kinokultur in Schleswig-Holstein.

„Das Land hat in den vergangenen Jahren gezielt in Film- und Kinokultur investiert: in Filmförderung, Festivals, Vernetzung, Nachwuchs und jetzt auch in einen deutlich stärkeren Kinopreis“, erklärte Wendt. Kinos würden Filme nicht nur zeigen, sondern Räume für Austausch schaffen und Kultur sowohl in den Städten als auch in ländlichen Regionen sichtbar machen.

Gerade in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein kommt den Kinos eine besondere Bedeutung zu. Sie fungieren vielerorts als zentrale Kulturorte und tragen dazu bei, kulturelle Angebote auch außerhalb der größeren Zentren zugänglich zu machen.

Anerkennung für kreative Konzepte und Engagement

Lob für die ausgezeichneten Häuser kam auch von der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. Geschäftsführer Helge Albers sprach von einem starken Signal für die Kinolandschaft des Landes.

„Schleswig-Holstein zeigt, wie Kino geht“, sagte Albers. Die prämierten Lichtspielhäuser hätten in den vergangenen zwölf Monaten mit großem Engagement vielfältige Programme entwickelt und das Kinoerlebnis durch Veranstaltungen, Themenreihen und innovative Konzepte erweitert.

Besonders hob er hervor, dass die deutliche Erhöhung der Preisgelder die Arbeit der Kinos nun angemessener würdige. Viele Häuser hätten in den vergangenen Jahren unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie, steigenden Betriebskosten und einem veränderten Freizeitverhalten des Publikums gelitten. Die Auszeichnung sei deshalb nicht nur Anerkennung, sondern auch eine wichtige Unterstützung für die zukünftige Arbeit.

Die Kinobetreiber*innen bei der Preisverleihung in Flensburg. Copyright:Lena Dandanell

Die Preisträger 2026

In der Kategorie „Kino des guten Programms“, die mit jeweils 7.500 Euro dotiert ist, wurden ausgezeichnet:

  • Kino in der Pumpe, Kiel
  • Savoy Kulturforum Altes Kino, Bordesholm
  • Studio Filmtheater am Dreiecksplatz, Kiel
  • Burgtheater Ratzeburg
  • 51 Stufen-Kino im Deutschen Haus, Flensburg

Diese Kinos überzeugten die Jury insbesondere durch ihre programmatische Qualität, ihre Filmvielfalt und ihr kontinuierliches kulturelles Engagement.

In der Kategorie „Kino als Kulturort“ erhielten jeweils 4.800 Euro:

  • Kino-Center Husum
  • Kleines Theater, Bargteheide
  • Burg Filmtheater, Burg auf Fehmarn

Ausgezeichnet wurden Häuser, die sich in besonderer Weise als kulturelle Treffpunkte ihrer Regionen etabliert haben.

Für ihr Engagement in ökologischen Fragen wurden in der Kategorie „Kino der Nachhaltigkeit“ mit jeweils 4.800 Euro prämiert:

  • Metro im Schloßhof, Kiel
  • Kino Pellworm
  • Schauburg Filmtheater, Rendsburg

Hier standen nachhaltige Betriebsführung, Ressourcenschonung und langfristige Umweltstrategien im Mittelpunkt der Bewertung.

In der Kategorie „Kino für Alle“ wurden ebenfalls jeweils 4.800 Euro vergeben an:

  • Burg Kino, Uetersen
  • Kommunales Kino im Movie Star, Bad Schwartau
  • KoKi Kommunales Kino, Lübeck

Diese Kinos überzeugten durch besondere Maßnahmen zur Barrierefreiheit, Teilhabe und kulturellen Inklusion.

Die Kategorie „Kino der guten Idee“ ging an:

  • CineStar Neumünster
  • CinePlanet 5 Bad Segeberg
  • Lichtblick Filmtheater Amrum

Gewürdigt wurden hier innovative Projekte und kreative Ansätze, die das Kinoerlebnis neu denken und zusätzliche Publikumsschichten ansprechen.

Neben den Geldpreisen erhielten alle teilnehmenden Kinos eine Urkunde als Anerkennung für ihre kontinuierlich gute Kinoarbeit.

Ein starkes Signal für die Zukunft

Die diesjährige Preisverleihung macht deutlich, welchen Stellenwert die Kinokultur in Schleswig-Holstein besitzt. Mit der deutlichen Erhöhung der Preisgelder und der geplanten Einführung einer Kategorie für Filmbildung setzt das Land auf eine nachhaltige Stärkung der Lichtspielhäuser.

Die ausgezeichneten Kinos zeigen dabei, dass moderne Filmkultur weit mehr sein kann als die Vorführung aktueller Kinofilme. Sie schaffen Begegnungen, fördern gesellschaftlichen Austausch, engagieren sich für Nachhaltigkeit und Inklusion und leisten einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt zwischen Nordsee und Ostsee.

Gerade in Zeiten wachsender Konkurrenz durch Streaming-Angebote beweisen die prämierten Häuser, dass das Kino als gemeinschaftlicher Kulturort nichts von seiner Bedeutung verloren hat – im Gegenteil: Es bleibt ein unverzichtbarer Bestandteil des kulturellen Lebens in Schleswig-Holstein.

Gerd Warda

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