Kulturhaus Schleswig: Asbest stoppt die Arbeiten

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Der Bau des Kulturhauses in Schleswig stockt seit Mitte Juni 2026. Bei einer Kontrolle stellte sich heraus, dass eine Baufirma unsachgemäß Asbest aus dem Gebäude holte. Denn die neue Mehrzweckhalle für Theater, Musik und Treffen soll in einem früheren Bundeswehr-Mannschaftsheim entstehen. Und das ist schwieriger als gedacht.

Eine „Überraschung“, die keinen freut

„Wir haben uns entschieden, im Bestand zu bauen. Und dabei kommen eben Überraschungen“, sagt Schleswigs Bürgermeister Jonas Kähler (parteilos) in einem Film, der auf der Homepage des Kulturhauses zu sehen ist. Doch mit dieser besonderen Überraschung hatte auch Kähler als Bauherr des Kulturhauses nicht gerechnet. Nur zwei Tage nach der Veröffentlichung des kurzen Films musste die Stadt die gesamte Baustelle auf unbestimmte Zeit schließen.

Was passierte, beschreiben die „Schleswiger Nachrichten“. Bei einer Razzia fand die Aufsichtsbehörde Arbeiter, die „ohne Fachkenntnisse und Schutzkleidung Asbestreste entfernen sollten“, schreibt die Zeitung. Daraufhin wurde ein sofortiger Baustopp verhängt. Kähler sagt den „Schleswiger Nachrichten“, in dieser Frage vertrete die Stadt eine „absolute Null-Toleranz“.

Wie geht es weiter mit dem Kulturhaus? Hier Teilnehmende eines „TechnikTalks“ . Foto: Dierks

Offenbar habe eine beauftragte Firma aus der Region ein Subunternehmen und dieses wiederum ein weiteres Subunternehmen beauftragt, um die Asbestreste aus dem ehemaligen Mannschaftsheim zu entfernen. Und deren Beschäftigte seien offenbar dafür nicht ausgebildet und ausgerüstet gewesen. Die Stadt prüft nun rechtliche Schritte gegen die ursprünglich beauftragte Baufirma. „Es gibt Themen, die braucht man nicht“, seufzte Kähler.

Meinung in der Stadt gespalten

Das neue Problem kommt zur Unzeit. Denn die Stimmung in der Stadt über das Kulturhaus ist ohnehin gespalten. Vor allem die Kosten, die seit Jahren immer weiter steigen, ärgern viele Schleswiger:innen. Sie kommen in kurzen Interviews in dem Film der Stadt zu Wort. Auch die „Schleswig Nachrichten“ hatten ihre Leser:innen gefragt. Rund 800 Personen antworteten, gut zwei Drittel sehen das Kulturhaus und die Kosten kritisch. Rund 40 Millionen Euro soll das Projekt kosten – und das war vor dem Fund der Asbest-Rückstände.

„Das Geld könnte man anderswo brauchen“, sagt ein Mann in dem Film. Kähler stimmt der Kritik grundsätzlich zu: „Ich verstehe den Ärger und würde es mir anders wünschen.“ Aber er betont auch: „Kultur muss sein und kostet auch Geld.“ Mit Kunst, Theater und Kultur lasse sich keine Gewinnmaximierung treiben. Und: Eine neue Spielstätte brauche die Stadt ohnehin. Schließlich ist die Stadt Schleswig eine 17 Gesellschafter:innen des Landestheaters. Mit dabei sind mehrere Städte und Gemeinden, Kreise sowie die Tourismus Service GmbH der Insel Sylt. Seit dem Abriss des früheren Stadttheaters spielt das Landestheater im Slesvighus, dem Haus der dänischen Minderheit in Schleswig.

Den Bau abzubrechen, käme daher nicht infrage, sagte Jonas Kähler. „Sonst haben wir eine Bauruine und müssen dennoch ein anderes Theater bauen.“ Allerdings auch das noch vor dem Asbest-Vorfall. Wann und wie es weitergeht, ist unklar – noch im Juli beschreibt die Zeitung „gespenstische Ruhe auf der Baustelle“. Eröffnet werden soll das Kulturhaus im Jahr 2028, erklärte sein Leiter Lutz Schwarz im kulturkanal.sh.

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