Der Landesmusikrat Schleswig-Holstein startet ein neues Musik- und Medienprojekt in Schulen. Damit kommt das Berliner Leuchtturmprojekt „Musikalische Stolpersteine“ auch in den Norden.
Schulen machen Podcasts. Wer macht mit?
Unter dem Titel „Stolpersteine der Erinnerung – Musik gegen das Vergessen“ verbindet das Projekt historische Bildung mit Musik und digitalen Medien. Von der Recherche bis zur Veröffentlichung entwickeln Schulklassen dabei Podcasts über Musikschaffende, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden.
Das 20 Schulstunden umfassende Bildungsformat richtet sich an Jugendliche der Klassenstufen 7 – 10 sowie der gymnasialen Oberstufe. Dabei profitieren Schulklassen von professioneller Begleitung aus Musikwissenschaft und Hörfunkjournalismus. Lehrkräfte können ihr Interesse über ein kompaktes → Formular auf den Seiten des Landesmusikrats bekunden.
Zum Projektstart (im September) sagte Alexandra Ehlers, Präsidentin des Landesmusikrats Schleswig-Holsteins: „Wir haben das Berliner Projekt von Beginn an mit wachen Augen verfolgt und sind tief beeindruckt von seiner Wirkung. Die Übertragung in unser Land aktiviert auch hier ein breites Netzwerk. Gemeinsam stellen wir die Musik ins Zentrum und eröffnen damit einen weiteren Zugang, die Erinnerung lebendig zu halten.“
Als Kooperationspartner stehen dem Landesmusikrat der Norddeutschen Rundfunk (NDR), der Landesbeauftragte für politische Bildung und die Bürgerstiftung der Schleswig-Holsteinischen Gedenkstätten zur Seite.
„Stolpersteine holen die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus aus den Geschichtsbüchern mitten in unseren Alltag […]“, lobt der Landesbeauftragte für politische Bildung Dr. Christian Meyer-Heidemann und auch die Vorsitzende der Bürgerstiftung Gedenkstätten Marlies Fritzen betont: „In der aktuellen Lage, in der die Freiheit von Kultur und Medien von rechtsextremen Parteien und Teilen der Bevölkerung in Frage gestellt wird, in denen Minderheiten verbal und tätlich angegriffen werden, ist die Erinnerung daran, wohin diese Politik führen kann, besonders wichtig. Es ist unsere Verantwortung darüber aufzuklären und dem Hass Einhalt zu gebieten.“
„Berliner Stolpersteine“ nun auch in vier weiteren Bundesländern
Wie erinnern wir an die Shoa in einer Zeit, in der es kaum noch Überlebende und Zeitzeug:innen gibt, und wie schaffen wir es, junge Menschen dafür zu interessieren? Aus dieser Fragestellung heraus initiierte der Landesmusikrat Berlin in Kooperation mit musica reanimata e.V., berlinHistory App und rbb radio3 im September 2024 das Podcast-Projekt „Musikalische Stolpersteine“.
Mit Beginn des Schuljahres 2025/26 wird das erfolgreiche Format nun von vier weiteren Bundesländern adaptiert. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Sachsen machen mit. Berlin erweitert die „Stolpersteine“ derweil um den Bereich der Literatur.
Das Projekt „Stolpersteine der Erinnerung – Musik und Literatur gegen das Vergessen“ wird aus Mitteln des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) gefördert und im Rahmen des Förderprogramms Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) umgesetzt.
- Weitere Informationen sowie bereits veröffentlichte Podcasts der „Berliner Stolpersteine“ finden Sie → hier (landesmusikrat-berlin.de).
- Mehr Informationen über die neuen „schleswig-holsteinischen Stolpersteine“ und den zugehörigen Aufruf an Schulen sind → hier (landesmusikrat.sh) abrufbar.