Schwebenden Landschaften aus trockenen Pflanzen, teils farbig wie ein organischer Regenbogen, teils silbrig wie kleine Monde. Unter dem Titel „State of Nature“ zeigten die Landesmuseen Schleswig-Holstein Werke der britischen Künstlerin Rebecca Louise Law. Die Ausstellung fand an gleich vier Standorten statt, nämlich in der Reithalle und im Globushaus in Schleswig, im Jüdischen Museum in Rendsburg und im Jahrhunderthaus des Freilichtmuseums Molfsee. Am 1. November endet die Schau. Die Stiftung Landesmuseem verkündet eine neue Bestmarke. Über 100.000 Menschen besuchten seit der Eröffnung im Februar einen der vier Standorte oder sahen sogar alle Kunstwerke.
„Magische Grenze“ überschritten
„Nie zuvor hat eine einzige Künstlerin in Schleswig-Holstein mit einer Ausstellung so viele Menschen begeistert“, sagt Frank Zarp, Sprecher der Stiftung Landesmuseen. Eine Woche vor Ausstellungsende habe die Besucherzahl die „magische Grenze“ von 100.000 überschritten. Allein 57.000 verkaufte Tickets entfielen auf die Reithalle am Schloss Gottorf. Dort hing das größte Kunstwerk, eine schwebende Installation in vielen Farben. Sie misst gut 40 Meter und besteht aus rund einer Million getrockneter Blumen. Daneben waren auch Zeichnungen der Künstlerin und kleinere Installationen zu sehen, die einen Eindruck von der Ideenwelt von Rebecca Louise Law vermitteln.
Die Künstlerin arbeitet nicht allein. Ihre großen, raumumspannenden Installationen entstehen durch viele Hände. In Schleswig-Holstein banden 324 Freiwillige in „Bloomtüdelclubs“ die Blumen und Zweige zusammen, die Law dann arrangierte. Und: Nach Ende der Ausstellung werden die Pflanzen wieder abgenommen und erneut sorgfältig verpackt. Einige von ihnen reisen seit Jahren von Museum zu Museum und werden immer wieder in neuen Arrangements verwendet. Diese Behutsamkeit und die Achtung für die Natur macht das Besondere dieser Kunstwerke aus, findet unser kulturkanal.sh-Autor Martin Lätzel.