Jo, dat löppt: liek rut, liekut.
Jo, leeve Lüüd, ik hev een ganze Wiel överleggt, wi ik de Tohl „ssüss“ schrieven schall. Ok mit düsse Lösung bin ik ni richti tofreeden, over dat is de beste de mi infallen is; ok wenn dat markwürdi utsüht. „Süss“ süht noch för mi noch markwürdiger ut. Dat is to dicht bi – bi dat hochdüütsche Woort för „sööt“, ok wenn dat a lang ni mehr mit Duppel-S sünnern mit een scharpe „S“ schreeven ward. Und mit de scharpe „S“ is dat jo so´n Sook in´t Plattdüütsche. Bi´t Schnacken hett man dat an veele Steen: Sook, Sünn, süllviche, söot und so wieter. Dor schrivt man dat jo ok ni so as man dat schnackt.
Likkes kunn ik mi mit „süss“ ni anfrünnen. Denn hev ik mol nokieken, wat de SASS – dat is sotoseggen de plattdüütsche Duden – dorto seggen deiht. Dor steiht „söss“ und jo: Dat süht better ut. Over bi uns in Stopel is de Utsprook anners, in unse „Ssüss“ giv dat keen „Ö“. Denn hev ik wieter keeken und bin bi översetter.de landet. De Översetter seggt ok: „söss“. Man gut, wi hebbt uns dorvör entscheeden, dat Plattdüütsche man jüs so optoschrieven as wi dat hier bi uns in Stopel schnacken doht. Dor bliev ik ok bi. Een fiene Sook is dat allemol, dat unse Platt so wat as een Duden und een Översetter hett! Dat hölpt. Denn Platt lött sik lichter schnacken as schrieven. Dorto kummt: De eene seggt dat so und de annere eben anners. Düsse Nuancen giv dat in een Noschlogwaark natürli ni.
Over weet jüm, wat wirkli spannend is? Bi´t Schrieven op Platt is dat, wat am schworsten is de Schrievwies. Dor kannst du lang denken und söken bit dat passen deiht. Dat Formuleeren geiht veel lichter vun de Hann as in´t Hochdüütsche. Dat geiht flott voran, dor bruukst du ni groot spekuleeren. Jo, dat löppt vun sülm und hett glieks düsse Klang, de passt. Man klamüstert ni so veel mit de Wöör rum, sünnern seggt dat, wat man meent liek rut. Liekut. Hier dreiht und wendet man sik ni um Wöör. Hier dreggt man sien Haart op de Tung.
Kiek mol, in düsse beiden Videos ward ok vun dat Besünnere vertellt und dorvun, dat Platt ünnerscheedli is.
Amüseert sik.
Video 1: Plattdüütsch un de moderne Technik – Werner Momsen un Helge Albrecht
In düsse heet dat tum Bispill dat Platt een „echte Sprook is, mit een echte Geföhl“ und dor ward seggt „mit Platt kannst du ni lang rumsabbeln. Dat markt de annere sofort“:
Video 2: Plattdüütsche Sprookerkennung
Hier geiht dat um de Ünnerscheed vun´t Plattdüütsche – vun Dörp to Dörp und vun Region to Region.
(Hier in düsse Rubrik schriev ik dat Plattdüütsche man jüs so op as dat bi uns in Stopel schnackt ward.)
Mehr över der Rubrik „Plattschnack“ steiht hier.
[übersetzt]
Ja, das läuft: gerade raus, geradeaus.
Ja, liebe Leute, ich habe eine ganze Weile überlegt, wie ich die Zahl „sechs“ schreiben soll. Auch mit dieser Lösung („ssüss“) bin ich nicht richtig zufrieden, aber das ist die Beste, die mir eingefallen ist; auch wenn das merkwürdig aussieht. Die Schreibweise „süss“ sieht für mich aber noch komischer aus. Das ist zu dicht an dem hochdeutschen Wort „süß“ dran – auch wenn das schon lange nicht mehr mit Doppel-S, sondern mit scharfem „S“ geschrieben wird. Mit dem scharfen „S“ ist das ja auch so eine Sache im Plattdeutschen. Beim Sprechen hat man das an vielen Stellen: Sook (Sache), Sonne (Sünn), selbe (süllviche), süß (sööot) und so weiter. Da schreibt man das ja auch nicht so, wie man es ausspricht.
Trotzdem konnte ich mich mit der Schreibweise „süss“ (für: sechs) nicht anfreunden. Dann habe ich nachgesehen, was der SASS – das ist sozusagen der plattdeutsche Duden – dazu sagt. Da steht die Schreibweise „söss“ und ja: Das sieht besser aus. Aber bei uns in Stapel ist die Aussprache anders, in unserer „Sechs“ [Ssüss] gibt es kein „Ö“. Dann habe ich weiter geschaut und bin bei översetter.de gelandet. Der Übersetzer sagt auch: „söss“. Wie gut, dass wir uns dafür entschieden haben, das Plattdeutsche genauso aufzuschreiben, wie wir es hier bei uns in Stapel sprechen. Dabei bleibe ich auch. Eine feine Sache ist es allemal, dass unser Plattdeutsch so etwas wie einen Duden und einen Übersetzer hat! Das hilft! Denn Plattdeutsch lässt sich leichter sprechen als schreiben. Dazu kommt: Der eine sagt das so und der andere eben anders. Diese Nuancen gibt´s in einem Nachschlagewerk natürlich nicht.
Aber wisst ihr, was wirklich interessant ist? Beim Schreiben auf Plattdeutsch ist das schwierigste: die Schreibweise. Da kannst du lange denken und suchen bis das passt. Das Formulieren geht viel leichter von der Hand als im Hochdeutschen. Das geht schnell, da brauchst du nicht großartig spekulieren. Ja, das läuft von selbst und hat gleich diesen Klang, der passt. Man probiert / hantiert nicht so viel mit den Wörtern herum, sondern sagt das, was man meint gerade raus. Geradeaus. Hier dreht und wendet man sich nicht um Wörter. Hier trägt man sein Herz auf der Zunge.
Schaut mal, in diesen beiden Videos wird auch von dem Besonderen erzählt, und davon, dass Plattdeutsch unterschiedlich ist.
Amüsiert euch.
Video 1: Plattdüütsch un de moderne Technik – Werner Momsen un Helge Albrecht
Hier heißt es zum Beispiel, dass Platt eine „echte Sprache ist, mit einem echte Gefühl“ und es wird gesagt: „Mit Platt kanns du ni lang rumsabbeln. Das merkt dein Gegenüber sofort“:
Video 2: Plattdeutsche Spracherkennung
Hier geht es um den Unterschied des Plattdeutschen – von Dorf zu Dorf und von Region zu Region.
(Hier, in dieser Rubrik, schreibe ich das Plattdeutsche ganz einfach so auf, wie es bei uns in Stapel gesprochen wird.)
Mehr über die Rubrik „Plattschnack“ steht hier.