Hess` a höört???
Wenn een krakeelt „Hess` a höört???“, denn seggt de annere meist: „Nee, gifft dat wat Niies?“ Denn ok op Platt ward veel schnackt – över dütt und dat und över annere Lüüd. Wenn een so geern tratschen deiht, denn ward geern seggt: „Jo, de dore…! Dree Sprooken kann de schnacken: Hochdüütsch, Plattdüütsch und Över-annern.“
Op Dörp is dat jo meist su´n Sook mit de Tratscherie. Dat kann ok mol een beten dull warrn und mennichmol kann ut de Tratscherie ok een groote Kladderadatsch warrn. Wenn jedeen noch ´n beten wat dorto packt, weglött oder afännert… Deen kummt an´t Ende wat ganz anneres dorbi rut – so as bi de Kinnerspeel „Stille Post“. Ohauha, dor kannst du wat beleeven. Man schall doch ümmer tweemol överleggen bevör man sölm wat vertellt oder wat wieter vertellt. Dor kunn sunst kruse Krom bi rutkommen. Viellich schull man dat mit de Sprook „Över-annern“ ok schlichtweg ween loten. Denn kann dor ok keen Schiet und Dreck bi rutkomen. Und dor sünd wi ok a bi een annere plattdüütsche Schnack:
„Segg ni allens, wat du weetst, aver weet allens, wat du seggst.“
Düsse Schnack is vun de Dichter Matthias Claudius (*1740 in Reinfeld, Holstein), de hett ok Plattdüütsch schnackt und to ´n Deel ok schreev.
(Hier in düsse Rubrik schriev ik dat Plattdüütsche man jüs so op as dat bi uns in Stopel schnackt ward.)
Mehr över der Rubrik „Plattschnack“ steiht hier.
[übersetzt]
Plattschnack Nr. zwölf
„Hess´ a höört“ = Hast du schon gehört?
Wenn einer lautstark ruft: „Hast du schon gehört?“, dann sagt der andere meistens: „Nee, gibt es was Neues?“ Auch auf Plattdeutsch wird viel geredet – über dies und das und über andere Leute. Wenn jemand so gerne tratscht, dann wird gerne gesagt: „Ja, der…! Drei Sprachen kann der sprechen: Hochdeutsch, Plattdeutsch und Über-andere.“
Auf dem Dorf ist das ja meistens so eine Sache mit dem Getratsche. Das kann auch mal etwas heftig werden und mitunter kann aus dem Getratsche auch ein großes Chaos werden. Wenn jeder noch ein bisschen was dazu packt, weglässt oder abändert… Dann kommt am Ende was ganz anderes dabei heraus – so wie bei dem Kinderspiel „Stille Post“. Oje, da kannst du was erleben. Man soll doch immer zweimal überlegen, bevor man selbst etwas erzählt oder etwas weitergibt. Dabei kann ansonsten krauser Kram (meint: großes Durcheinander) herauskommen. Vielleicht sollte man das mit der Sprache bzw. dem Sprechen „Über-andere“ auch schlichtweg sein lassen. Dann kann da auch kein Schiet und Dreck (meint: Quatsch, Blödsinn) bei herauskommen. Und da sind wir auch schon bei einem anderen (plattdeutschen) Spruch:
„Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.“
Dieser Spruch stammt vom Dichter Matthias Claudius (*1740 in Reinfeld, Holstein), der Plattdeutsch sprach und zum Teil auch schrieb.
(In dieser Rubrik schreibe ich das Plattdeutsche ganz einfach so auf, wie es bei uns in Stapel gesprochen wird.)
Mehr über die Rubrik „Plattschnack“ steht hier.