Die Wiederentdeckung des Machens – Das Werkgut in Meezen

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Mitten im Naturpark Aukrug hat die Designerin Mikaela Dörfel einen Ort für zeitgenössisches Kunsthandwerk geschaffen. In einem Resthof veranstaltet sie mit ausgewählten Künstler*innen Wochenendworkshops zu verschiedensten Techniken.

Der Hof, Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut, wurde von Dörfel ab 2000 schrittweise saniert. Im Jahr 2020 gründete sie schließlich das Werkgut.

Dörfels eigener Hintergrund prägt diesen Ort. Sie studierte Produktdesign in Hamburg, arbeitete für Unternehmen wie Rosenthal und entwickelte international eingesetzte Entwürfe für Porzellan, insbesondere für Gastronomie und Hotels. In ihrer Arbeit verbindet sie industrielle Produktion mit handwerklicher Präzision. Ihr Ansatz: traditionelle Techniken nicht konservieren, sondern in zeitgemäße Gestaltung überführen. „Moderne Manufaktur“ nennt sie das.

Die Produktdesignerin Mikaela Dörfel gestaltet Objekte rund um Tischkultur für internationale Marken, Hotels und Gastronomie. 2020 gründete sie das Werkgut. Bild: doerfel Design

In den Workshops wird diese Haltung praktisch. Sie lädt Künstler*innen wie Michael Jastram, Valerie Otte, Karin Bablok oder Eva Koj ins Werkgut ein. An einem Wochenende stehen Drehscheiben in der Diele, am anderen Werkbänke im Garten. Mal erfüllt ein rhythmisches Klopfen auf Holz, Metall oder Stein den Hof, mal herrscht konzentrierte Stille beim Drehen, Modellieren oder bei Lederarbeiten. Die Workshops reichen von Keramik und Holzbildhauerei bis zu Kupfertreiben oder Buchbinden. Es sind Techniken, die Zeit, Materialkenntnis und Konzentration erfordern und gerade deshalb selten geworden sind. „Mir ist wichtig, viele verschiedene und auch weniger bekannte Kunsthandwerke anzubieten“, sagt Dörfel. Einige der Künstler*innen kommen regelmäßig und geben ihre Workshops exklusiv im Werkgut.

Die Teilnehmenden wohnen während der Kurse auf dem Hof und im Atelierhaus, arbeiten gemeinsam und strukturieren ihren Alltag zwischen Werkbank und Esstisch. Der Austausch gehört zum Konzept. „Viele kommen am Freitag gestresst an und gehen am Sonntag entspannt und mit etwas Eigenem nach Hause“, sagt Dörfel.

Außerhalb der Workshops werden die Gästezimmer auch als Ferienwohnungen vermietet. In den Räumlichkeiten können Hochzeiten gefeiert oder Tagungen gehalten werden. Gelegentlich veranstaltet das Werkgut kulturelle Abendveranstaltungen wie Jazzkonzerte oder Lesungen.

Für 2026 plant das Werkgut noch eine Neuerung: Eine offene Werkstatt soll entstehen, in der man auch außerhalb der Workshops kreativ arbeiten kann, entweder als Tagesgast oder für eine eigene kreative Auszeit mit Übernachtung.

Alle Informationen zu den Workshops, Ferienwohnungen, Veranstaltungen und der offenen Werkstatt sind auf der Webseite unter www.werkgut.eu zu finden.

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