Denk mal am Ort: An Menschen erinnern, wo sie wohnten

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„Denk mal am Ort“ ist der Titel einer Veranstaltungsreihe, in der an NS-Opfer dort gedacht wird, wo sie lebten. Zum ersten Mal fand die Veranstaltung im Mai 2026 in Schleswig-Holstein statt. In Rendsburg kamen rund 100 Interessierte zu den verschiedenen Standorten. Ralf Diez aus Eckernförde hat das Programm initiiert und vorbereitet.

Gedenken an Fritz Niemand: Ralf Diez (Mitte) berichtete in der Rendsburger Oeverseestraße vom Schicksal des psychisch Erkrankten. Foto: Charlotte Diez

Rendsburg gehörte zu „Toleranzstädten“, in denen der dänische König den Zuzug von jüdischen Familien erlaubte. Die Gemeinde erlebte im 19. Jahrhundert ihre beste Zeit. Damals entstand die Synagoge, in der heute das Jüdische Museum untergebracht ist.

Fritz „Fred“ Ring – auf dem Foto rechts zu sehen – entkam. Seine Eltern starben. Foto: Charlotte Diez

Während der Veranstaltung „Denk mal am Ort“ fand dort eine Ausstellung statt. Es ging um die Familie Ring, darunter den kleinen Sohn Fritz Ring, der sich später Fred nannte. Er entkam in einem Kindertransport der Verfolgung und verbrachte sein Leben in den USA. Seine Eltern wurden nach Belgien vertrieben. Sie starben in Ausschwitz beziehungsweise auf dem Weg ins Konzentrationslager.

Schüler:innen der Christian-Timm-Schule beteiligten sich gemeinsam mit Initiator Ralf Diez (vorne) an der Aktion. Foto: Charlotte Diez

Neben Fritz Ring gehörten auch die Brüder Stephan und Gabriel Weinberger sowie Hans-Joachim und Jürgen David der jüdischen Gemeinde in Rendsburg an. Alle besuchten die Christian-Timm-Schule. Heutige Schüler:innen forschten nach, was sie in ihrer Zeit dort erlebten, wie sie der Antisemitismus traf und wie es ihnen später erging. Über ihre Ergebnisse berichteten sie an dem Wochenende.

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