Schon mal von der Indiebookchallenge gehört? Die Indiebookchallenge ist eine Idee von Sarah Käsmayr vom Maro Verlag: eine Reading Challenge, die jeden Monat ein neues Motto vorgibt und die Teilnehmer*innen dazu motivieren soll, Bücher aus kleinen, unabhängigen Verlagen zu lesen.
Die Challenge für den Juni 2025, präsentiert vom Avant Verlag und the_female_reader, lautet: Lies ein Buch/E-Book, das Dich zum Nachdenken anregt – #NachdenkBuch. Darum stellt Pauline Reinhardt von kulturkanal.sh den Roman Phytopia Plus von Zara Zerbe vor, erschienen im Verbrecher Verlag:
Die Autorin lebt in Kiel, kommt aber aus Hamburg – und da spielt auch der Roman, und zwar in den 2040er Jahren, der recht nahen Zukunft. Wie man sich vorstellen kann, ist der Klimawandel weiter vorangeschritten. Die Protagonistin des Buches lebt in einem eher schlechten, ärmlichen Viertel Hamburgs. Es gibt Waschbärenplagen, die Menschen sind der Hitze ausgesetzt, im Supermarkt gibt es kaum frisches Gemüse. Die Protagonistin arbeitet bei einem sehr großen, sehr erfolgreichen Konzern, der das titelgebende Programm „Phytopia Plus“ durchführt. Sie kümmert sich um Pflanzen, in denen das Gedächtnis, die Erinnerung von reichen Menschen eingespeichert wird, damit sie der Nachwelt erhalten bleiben. Und sie versucht im Laufe des Romans herauszufinden, ob da wirklich etwas dran ist – oder das alles ein großer Betrug ist.
Warum mich dieses Buch zum Nachdenken gebracht hat: Es spielt in der nahen Zukunft, es gibt viele kleinere Veränderungen, was die Wirtschaft, die Schere zwischen Arm und Reich, angeht. Die 2040er Jahre sind gar nicht mehr so weit entfernt, diese Ideen, wie sich alles bis dahin entwickeln könnte, und zwar nicht unbedingt zum Besseren, haben mich sehr beschäftigt.
Eine andere Sache, die mich an diesem Roman zum Nachdenken gebracht hat: Es gibt nicht wirklich eine Liebesgeschichte. Es gibt Andeutungen, aber nichts Auserzähltes. Warum gibt es in den meisten Romanen eine Liebesgeschichte, passt das immer unbedingt rein? Ich finde es gut, dass Phytopia Plus das anders macht.
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