Franz Werfels „Bocksgesang“ ist über 100 Jahre alt, aber ein passender Beitrag zur Debatte um Zuwanderung und Fremdenhass. Zumindest, wenn es so auf den Punkt gebracht wird, wie es das Schleswig-Holsteinische Landestheater in seiner aktuellen Aufführung tut.
Großformatige Bilder von jüdischen Schleswig-Holsteiner:innen hängen in dem Raum, den Besucher:innen des Jüdischen Museums in Rendsburg als erstes betreten. Darüber leuchtet ein Schriftzug: „»A MENTSH IS A MENTSH“. Doch ab Ende Januar bleibt der Schriftzug dunkel. Der Schöpfer der Lichtinstallation, der Frankfurter Künstler Naneci Yurdagül, will damit gegen wachsenden Rassismus und Antisemitismus protestieren.
Die Musik setzt ein, als Sir John Little die Arme hebt. Seine Hände bewegen sich leicht über der Tastatur seiner Orgel, die in der Rendsburger Fußgängerzone steht. Die Einkaufsstraße ist belebt an diesem Tag, aber nur wenige Köpfe drehen sich zu dem kleinen Orgelspieler und dem Mann, der hinter ihm steht und die Fäden der Marionette führt. Frank Tedsen heißt der Straßenkünstler, der seit vielen Jahren in Rendsburg und anderen Orten der Region auftritt.
In der Hansestadt findet vom 17. bis zum 21. Juni 2025 das erste Nature Writing Festival Hamburg statt. Mit Gesprächen, Vorträgen und Lesungen dabei sind auch viele Autor*innen, die wir bereits bei kulturkanal.sh vorgestellt haben.
Was bleibt von großen Zielen, wenn die Welt in Krisen versinkt? In Stormarn setzt ein Literaturprojekt auf kleine, kreative Schritte: Kinder dichten, gestalten, erzählen – inspiriert von der UN-Agenda 2030. „Aufwind – Kreative Brise“ zeigt, wie Kultur still und wirksam politisch sein kann.