Neulich habe ich bei der Kulturrotation in Kiel-Gaarden, einem Stadtteilfest mit Livemusik in verschiedenen Ecken des Viertels, ganz unverhofft eine Ausstellung in der Galerie ONspace entdeckt.
Muss durch die Tür passen lautet der Titel und gleichzeitig die wichtigste Regel dieser Ausstellung. Sie gilt für alle, die ihr Kunstwerk hier einreichen. Denn freie Ausstellung heißt nicht nur, dass der Eintritt frei ist, sondern auch, dass alle frei sind, ein Teil davon zu sein. Egal, ob sie sich als Künstler*innen bereits einen Namen gemacht haben (oder überhaupt jemals einen Namen machen werden) oder nicht. „Wir stellen alles aus, bis kein Platz mehr da ist“, heißt es dazu von der Galerie ONspace.
Zu den weiteren Regeln, neben dem Verbot von diskriminierenden, rassistischen oder beleidigenden Arbeit, gehört eine ganz erstaunliche: „Arbeiten, die zerfallen oder die Gesundheit schädigen, sehr laut, sehr stinkend oder anderweitig unerträglich sind, werden abgelehnt.“
Ein wenig laut, ein bisschen stinkend ist also okay. Kein Wunder, die Galerie liegt ja auch in der Iltisstraße.
Tatsächlich stinkt es in der Galerie gar nicht, und laut ist es nur wegen der Punkband, die dort während der Kulturrotation spielt. Stattdessen ist die Ausstellung vor allem lustig, absurd und häufig überraschend. Da zeigt John Rautenberg eine Fotosammlung von sehr großen Rassekatzen unter dem Titel „Wuff“ oder Erik präsentiert die „Neuste Forschung“: T-Rex hatte Federn und Lippen.


Anschauen kann man sich die Arbeiten der 80 Künstler*innen jeweils dienstags, mittwochs und donnerstags von 15 bis 18 Uhr. Am Freitag, 3. Juli, gibt es bei der Finissage erneut Live-Punkmusik – und beim Publikumsvotum an diesem Tag werden die Gewinner*innen gewählt und mit 100 bis 300 Euro für ihre Arbeit belohnt.