Viele Vereine und Kulturinstitutionen machen tolle Arbeit – aber oft bekommt die Außenwelt davon wenig mit. Unter dem Titel „Öffentlichkeitsarbeit für Kulturvereine“ boten der Kulturknotenpunkt Nordwest und der Kreis Nordfriesland einen Workshoptag für Kreative und Ehrenamtliche an. Nach den ersten Erfahrungen steht fest: In 2027 gibt es eine Wiederholung.
Pressearbeit, Social Media und KI
45 Personen nahmen an der Fortbildung im Husumer Kreishaus teil. In Kleingruppen besuchten sie Workshops zu klassischen Themen der Pressearbeit, etwa dem Schreiben von Pressemitteilungen sowie Fotografie und Bildrechten. Besonderes Interesse bestand an den Kursen rund um den Einsatz von Social Media und KI-Tools in der Öffentlichkeitsarbeit von kleinen Vereinen. In der Vielsprachen-Region Nordfriesland durfte der Blick auf Öffentlichkeitsarbeit in und für Regional- und Minderheitensprachen nicht fehlen.
„Insgesamt sind wir mit unserem ersten Workshoptag sehr zufrieden“, sagt Herle Forbrich, Leiterin des Kulturknotenpunktes Nordwest. Der Knotenpunkt und der Kreis hatten das für die Teilnehmenden kostenlose Format insbesondere für Kultur-, Heimat-, Geschichts- und Fördervereine entwickelt, berichtet Forbrich. „Aber da viele Plätze frei blieben, haben wir den Tag in Absprache mit dem Kreis für andere Gruppen geöffnet. Das hat sich als richtig und wichtig erwiesen.“

Die bunte Mischung der Teilnehmenden sorgte für spannende Diskussionen in den Runden. Jenseits der praktischen Tipps und Tricks ging es rasch um Grundsatzfragen: Mit welchen Botschaften erreicht ein Verein die Öffentlichkeit? Welche Regeln gelten für klassische Pressetexte, welche für Social Media? Muss es immer ein Konflikt sein, oder ist das Publikum auch offen für leisere Botschaften?
Interesse der Zielgruppe hielt sich in Grenzen
„Der kompakte halbtägige Aufbau mit Zeit für Austausch hat sich grundsätzlich bewährt“, sagt Herle Forbrich. „Gleichzeitig zeigte sich, dass umfangreichere Themen in 45 Minuten nur angerissen werden können und sich für vertiefende Angebote eignen.“
Dennoch findet die Leiterin des Kulturknotenpunktes es bedauerlich, dass sich das Interesse der Kulturvereine in Grenzen hielt. „Nur ein Teil der Anmeldungen kam aus der Kernzielgruppe. Dabei nehmen wir in unserer täglichen Arbeit durchaus Unterstützungsbedarf im Bereich Öffentlichkeitsarbeit wahr.“ Warum die Vereine den Workshoptag nicht nutzten, sei schwer zu beantworten. „Für unsere weitere Arbeit ist das eine interessante Frage: Was tun, wenn Unterstützungsbedarf nicht automatisch zu Nachfrage nach Fortbildungsangeboten führt?“

Als „Bedarfssensor“ sei der Workshop aber wertvoll gewesen. So fragte das Organisationsteam am Ende, welche Angebote sich die Teilnehmenden künftig wünschten. Die meisten nannten „Mitgliedergewinnung und Vereinsentwicklung“ als das brennendste Thema. Viele wünschten sich außerdem praktische Tipps zu Social Media, KI und Software.
Bereits jetzt ist eine Wiederholung des Workshops rund um die Öffentlichkeitsarbeit geplant. Im September 2027 laden Kulturknotenpunkt und Kreis erneut ein.