Ik heff noch keen een Plattschnack in düsse Johr schreeven. Na, dann wüllt wi mol.
Veel op Platt is licht to verstohn. Anneres ni ganz so licht – as Püster, Schleef und Bagaasch. Dor weet man ni glieks, wat se heet. Neien und kleien sünd ok sun Wöör, de dorto höört. Kennt jüm düsse Utdrück?
…neien: afneien, wegneien, utneien
- Wenn een sik afneit, denn hett he dat so hild, dat he ut de Pust kummt.
- Wenn een sik wat wegneit, denn hett he dat ok hild – mit Supen oder Eeten.
- Wenn een utneit, denn büxt he ut.
…kleien: ankleien, rumkleien, utkleien
- Wenn een wat ankleit, schmeert he Farv oder wat anneres dorop.
- Wenn een rumkleit, meent dat, he püttjert mit wat und mokt Dreck.
- Wenn een wat utkleit, bedüüdt dat, he oost mit wat, meist betrekkt sik dat op Geld.
Und dann gifft dat jo ok noch de Schnack „Klei mi an´n Moors“ – und de geiht op Platt veel lichter vun de Tung as op Hochdüütsch. Dat seggt ok Yared Dibaba:
Schimperie op Platt hett een „ganz annere Coleur“, dorvun hebbt wi ok a in düsse twee Plattschnacks vertellt:
→ Plattschnack Nr. veer: Schluffhack, Sempoog, Twasskopp!
→ Plattschnack Nr. veertein: Tüffel, Strunt, Bagalut!
Wenn jüm noch een schöne Schimperie op Platt oder wükke Wöör weet, um de man ni glieks wies warrt, freu ik mi dorvun to höörn!
b.dierks[at]kulturkanal.sh
(Hier in düsse Rubrik schriev ik dat Plattdüütsche man jüs so op as dat bi uns in Stopel schnackt warrt.)
[übersetzt]
Noch keinen einzigen Plattschnack habe ich in diesem Jahr geschrieben. Na, dann wollen wir mal.
Vieles auf Plattdeutsch ist leicht zu verstehen. Anderes nicht ganz so leicht – wie „Püster, Schleef und Bagaasch“. Da weiß man nicht gleich, was es bedeutet. „Neien“ und „kleien“ sind auch solche Wörter, die dazu gehören. Kennt ihr diese Ausdrücke?
„…neien: afneien, wegneien, utneien“
- Afneien: Das heißt, es schrecklich eilig zu haben, sodass man aus der Puste kommt.
- Wegneien: Dann hat man es auch schrecklich eilig – allerdings beim Trinken oder Essen.
- Utneien: Das heißt ausbüxen, sich davon machen.
„…kleien: ankleien, rumkleien, utkleien“
- Ankleien = etwas mit Farbe oder anderem anschmieren
- Rumkleien = kleckern oder rumschmieren, dreckig machen
- Utkleien = mit etwas verschwenderisch umgehen, bezieht sich meist auf Geld
Und dann gibt es ja auch noch den Spruch „Klei mi an´n Moors“ – und das geht auf Platt viel leichter von der Zunge als auf Hochdeutsch. Das sagt auch Yared Dibaba (und liefert in diesem Clip die Übersetzung).
Schimpferei auf Platt hat eine ganz andere Färbung, davon haben wir auch schon in diesen beiden Plattschnacks erzählt:
→ Plattschnack Nr. veer: Schluffhack, Sempoog, Twasskopp!
→ Plattschnack Nr. veertein: Tüffel, Strunt, Bagalut!
Wenn ihr noch eine schöne Schimpferei auf Platt oder Wörter wisst, aus denen man nicht unmittelbar schlau wird, freu ich mich, davon zu hören!
b.dierks[at]kulturkanal.sh
(Hier, in dieser Rubrik, schreibe ich das Plattdeutsche ganz einfach so auf, wie es bei uns in Stapel gesprochen wird.)