Kultur im ländlichen Raum stärken, Netzwerke knüpfen und Anlaufstelle für Künstler:innen sein: Das sollen die Kulturknotenpunkte des Landes Schleswig-Holstein leisten. Vor zehn Jahren startete dieses Modell mit insgesamt sieben Stellen, die über das Land verteilt sind. Für drei Standorte werden aktuell neue Träger-Organisatoren gesucht.
Im Angebot: Knotenpunkte in Nordost, Mitte und Ost
Die Kulturknotenpunkte arbeiten bewusst über Kreisgrenzen hinweg. Denn „die Beobachtung war, dass die Zusammenarbeit der Kulturakteure innerhalb der Kreise meistens schon recht gut funktioniert. Aber über die Grenzen hinweg ist es schwieriger“, sagte Benjamin Hanke, der im Kultur- und Bildungsministerium für die Koordination der Knotenpunkte zuständig ist, im Interview mit kulturkanal.sh. „So arbeiten die Knotenpunkte übergreifend für mehrere Kreise, im Norden sogar über die Grenze zu Dänemark.“
Ausgeschrieben sind aktuell die Knotenpunkte Nordost, das sind der Kreis Schleswig-Flensburg und der nördliche Kreis Rendsburg-Eckernförde, der Knotenpunkt Mitte, der den Kreis Segeberg und den südlichen Kreis Rendsburg-Eckernförde umfasst, sowie der Knoten Ost mit den Kreisen Plön und Ostholstein.
Vernetzen, empowern, beraten

Für die Trägerschaft sucht das Kulturministerium Institutionen, die bereits im kulturellen Betrieb in den jeweiligen Regionen zuständig sind. Denn die Arbeit für die Knotenpunkte ist in der Regel ein Beiwerk. Bis zu 40.000 Euro jährlich gibt es vom Land. Dafür verpflichten sich die Träger-Institutionen wöchentlich mindestens 14 Personalstunden für die Kulturknotenpunkt-Arbeit zu leisten. Zudem sollen jährlich fünf Veranstaltungen für das regionale Netzwerk plus eine weitere Aktivität, etwa eine Social-Media-Kampagne oder ein besonderes Projekt, stattfinden. Bei allem geht es um „Vernetzung, Empowerment und Beratung haupt- und ehrenamtlicher Kulturakteurinnen und -akteure vor Ort“, heißt es in den Richtlinien des Ministeriums. Auch Kontaktpflege mit den kommunalen Zuständigen, Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildungen sind Teile des Forderungskatalogs.
Auf der Haben-Seite für die Träger stehen neben der Fördersumme, die für fünf Jahre zugesagt ist, die enge Zusammenarbeit mit dem Ministerium und den anderen Knotenpunkten. Als Multiplikatoren haben die Träger auch die Chance, bei wichtigen Themen der Landeskulturpolitik mitzureden.
Interessierte, seien es die jetzigen Träger oder andere Institutitionen, können sich bis Ende Juni bewerben. Ansprechpartnerin im Ministerium ist Kristin König. Anfang 2027 soll die Arbeit losgehen – in neuer oder in bewährter Trägerschaft.