Danevirke Museum feiert „Dichtfest“

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Seit 2018 gehört das Danewerk gemeinsam mit der Wikingermetropole Haithabu zum UNESCO-Weltkulturerbe. Aber das Danevirke Museum, in dem die Besucher:innen sich über die Geschichte des rund 30 Kilometer langen Systems aus Wällen, Mauern und Gräben informieren können, ist zurzeit geschlossen. Aktuell entsteht ein Neubau. Der feierte Ende März 2026 sein „Dichtfest“. Die Ausstellung soll im Frühjahr 2027 eröffnen.

Wälle und Gräben als Grenzbefestigung

Seit 1990 betreibt die Sydslesvigsk Forening (SSF), die Kultur-Organisation der dänischen Minderheit, das Danevirke Museum. Es vermittelt die Geschichte der historischen Grenz- und Verteidigungsanlage, die heute das größte archäologische Denkmal Nordeuropas ist.

Das Danewerk lässt sich am besten bei einer Wanderung erforschen. Foto: Tim Riediger

Mehr als 1.500 Jahre wurde das „Werk“ immer wieder erweitert und umgebaut. Seine Wurzeln liegen in der Völkerwanderungszeit und der Wikingerzeit. Vom Frühmittelalter bis ins Hochmittelalter bauten die dänischen Könige die Grenzbefestigung aus. Im 19. Jahrhundert, als sich Schleswig-Holstein gegen die dänische Herrschaft erhob, reaktivierte das dänische Militär die Befestigungen wieder.

„Immer wieder gab es Auseinandersetzungen, bei denen es um Ressourcen, Macht, Religion, Nation und historische Gebietsansprüche ging“, sagte Gitte Hougaard-Werner, die Vorsitzende des SSF, beim Dichtfest. „Heute haben wir die Gegensätze überwunden und kümmern uns gemeinsam um dieses Kulturerbe.“

„Das Erleben und Verstehen dieser Geschichte ist wichtiger denn je in einer Zeit, in der wieder in Europa und weltweit Kriege geführt werden.“

Von der Wikingerzeit bis zum Deutsch-Dänischen Krieg 1864: „Die Geschichte unserer Region fasziniert Einheimische ebenso wie Gäste“, sagte Gitte Hougaard-Werner. Das künftige Museum mache die spannenden Ereignisse lebendig.

Museumskonzept greift verschiedene Blickwinkel auf

Dafür soll ein Konzept sorgen, das allen Besucher:innen entgegenkommt, egal mit welchen Voraussetzungen und Interessen sie kommen. Schließlich schauen Schleswig-Holsteiner:innen und Dän:innen aus einem jeweils anderen Blickwinkel auf die Grenze, während Gäste aus anderen Teilen Deutschlands und aus dem Ausland sich vielleicht noch nie mit den Besonderheiten der Region befasst haben.

Alle diese Menschen werden „an verschiedenen Ausgangspunkten in Empfang genommen und in eine verbindende Erzählung geleitet, die sich mit Begriffen wie Abgrenzung, Konflikt und kulturellem Austausch über eineinhalb Jahrtausende auseinandersetzt: Das Danewerk als Front und Brücke“, so steht es auf der Homepage des Museums.

Geld von dänischen Stiftungen und der öffentlichen Hand

Viel Platz für die Geschichte: Die Ausstellung wird doppelt so groß wie im Vorgänger-Bau. Foto: Sydslesvig Forening

Das neue Gebäude umfasst eine Nutzfläche von rund 1.600 Quadratmetern. Der Bau soll bis zum Herbst 2026 fertig sein. Anschließend wird die neue Dauerausstellung zum Danewerk eingerichtet. Sie wird mit 800 Quadratmetern mehr als doppelt so groß wie die im alten Museumsgebäude sein. Hinzu kommt erstmals eine Sonderausstellungsfläche.

Finanziert wird der Neubau zum größten Teil von den dänischen Stiftungen A. P. Møller Fonden und Augustinus Fonden. Sie haben dem SSF dafür gemeinsam rund 77 Millionen dänische Kronen, rund zehn Millionen Euro, zur Verfügung gestellt. Mittlerweile ist die Förderung weiter gestiegen. Zudem haben das Land Schleswig-Holstein und der dänische Staat beschlossen, den Betrieb des neuen Museums mit zusammen 265.000 Euro pro Jahr zu fördern.

Bis zur Neueröffnung des Gebäudes gibt es regelmäßige Führungen über das Gelände. Los geht es am Parkplatz mit der Adresse „Hauptstraße 0“ in Dannewerk.

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